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Blogger und Entscheider im Interview – Teil 15: Kim-Christopher Granz / DESIGNLOVR

Date Posted: 28 Juli, 2014
Kim-Christopher Granz / DESIGNLOVR
Kim-Christopher Granz / DESIGNLOVR

Unsere Se­rie Blog­ger und Ent­schei­der im Inter­view geht in die nächste Runde: Seit Anfang 2014 stel­len wir Blog­gern und Unter­neh­mens­spre­chern Fra­gen rund um das Thema Blog­ger Rela­ti­ons. Nach und nach erge­ben die Ant­wor­ten bei­der Sei­ten wich­tige Erkennt­nisse, wie Blog­ger und Unter­neh­men näher zusam­men­rü­cken kön­nen. Ziel unse­rer Serie ist es, einen Sta­tus Quo in Sachen Blog­ger Rela­ti­ons im Jahr 2014 fest­zu­hal­ten.

 

„Blogger“ ist als Platzhalter zu verstehen –natürlich können Influencer verschiedener Plattformen gemeint sein (Blogger, Vlogger, Instagramer, Twitterati, Pinterester etc.).

Wei­ter unten fin­det Ihr auch die vor­he­ri­gen Inter­views aufgelistet.

Vor­schläge für Gast­au­to­ren neh­men wir gerne ent­ge­gen, unter welcome@wildcard-communications.de

In Teil 15 im Interview: Kim-Christopher Granz, Gründer von DESIGNLOVR.

Viel Spaß beim Lesen.

 

1. Werden Sie von Unternehmen regelmäßig im Rahmen von Blogger Relations angesprochen?

Ja, mittlerweile täglich. Nach der Veröffentlichung von DESIGNLOVR am 24.12.2010 dauerte es rund ein halbes Jahr, dann kamen die ersten Kontakte mit Medien und Unternehmen zustande. Es scheint als würde immer mehr Unternehmen verstehen, dass wir, die digitalen Publisher, hochwertige und vor allem originelle Texte produzieren, die Geschichten jenseits des kopierten Mainstreams erzählen.

2. Welche persönlichen Erfahrungswerte gibt es im Umgang und der Zusammenarbeit mit Unternehmen?

Generell treten die Unternehmen einem sehr offen gegenüber und sind meist auch außergewöhnlichen Ideen nicht abgeneigt. Doch leider scheitert es dann zu 99% an der Umsetzung dieser, da eine Großzahl der Unternehmen keine bzw. nur wenig Erfahrung im Umgang mit dem Thema Blogging vorweisen können. Wir sind halt anders – und das ist auch verdammt gut so.

Darüber hinaus wird die Leidenschaft – das Veröffentlichen und Teilen von Inhalten mit der eigenen Community – oftmals nicht entsprechend Wert geschätzt. So ist der Versuch den „Meinungsmacher“ als kostenlosen Teil der PR-Maschinerie zu instrumentalisieren ein Schritt in die falsche Richtung und sorgt nicht gerade für ein „positives“ Miteinander.

3. Was ist der größte Fehler von Unternehmen im Umgang und Dialog mit Bloggern?

Bitte keine Pressemitteilungen an Blogger – und sollten diese noch so interessant sein. Eine wertschätzende und ernstzunehmende Zusammenarbeit beginnt damit, dass man sich für die Leidenschaft des Bloggers auf ganzer Linie interessiert – und sich mit dieser auseinandersetzt. Verfolgt man die einzelnen Social Media Kanäle des avisierten „Meinungsmacher“, so kristallisiert sich sehr schnell heraus, wie eine gemeinsame Basis der Zusammenarbeit aussehen kann. Beweist man im Anschluss daran in der Kommunikation mit dem Blogger etwas Fingerspitzengefühl, so ist das oftmals die Grundlage einer erfolgreichen Kooperation für beide Seiten.

 4. Wenn Sie Unternehmensvertreter wären: Was würden Sie tun, um die Zusammenarbeit zwischen Bloggern und Unternehmen weiter zu stärken?

Versuchen, bestehende Mauern zwischen Print und Digital einzureißen sowie ein gemeinsames Miteinander zu leben. Die nach wie vor vorherrschenden Hierarchien innerhalb der Medienlandschaft sind ein Absurdum. Des Weiteren gilt es mit dem mir zur Verfügung stehendem Budget die für das Unternehmen relevanten Blogs nachhaltig zu stärken – beispielsweise durch das Eröffnen interessanter Möglichkeiten sowie die Einführung unterschiedlicher Monetarisierungsprozesse.

5. Wie sollte die Ansprache aussehen? Worauf ist besonders von Unternehmensseite aus zu achten, wenn mit Blogger Relations gestartet werden soll?

Wichtig ist, dass die Unternehmen keine großen Unterschiede zwischen ihrer „On- und Offlinekommunikation“ machen; schließlich tun wir als „Meinungsmacher“ das auch nicht. Darüber hinaus sollten die Social-Media-Prozesse so früh wie möglich in die Geschäftsprozesse integriert werden. So wird garantiert, dass die neuen Medien nicht nur „nebenbei“ mit bedient werden.

6. Der größte Segen der Einbindung von Blogger Relations in die Kommunikation ist meiner Meinung nach…

… eine ideale Möglichkeit, um die eigene Marke/das eigene Unternehmen über die bis dato von mir genutzten Unternehmenskanäle hinaus bekannt zu machen. Die damit verbundene Nähe und Offenheit zieht meist nicht nur langjährige und vor allem treue Kunden nach sich, sondern formt gleichzeitig neue Brand Embassador, die auf Grund der hohen Produkt- und Dienstleistungsdichte auf lange Sicht ein entscheidender Vorteil sein können.

7. Der größte Fluch der Einbindung von Blogger Relations in die Kommunikation ist meiner Meinung nach…

…, dass nach wie vor fehlende Fingerspitzengefühl in der Selektion der Blogs im Bezug auf die Kernwerte der eigenen Marke sowie die damit verbundene Unternehmensstrategie. Nicht immer bedeuten mehr Fans eine größere Reichweite. Doch was ist schon Qualität?!

8. Was halten Sie für die größte Errungenschaft der Blogger? Was haben Blogs in Ihren Augen erreicht?

Wir haben heute schon extrem viel erreicht, doch nutzen wir das Erlangte nur zu einem geringen Prozentsatz. Stätig steigt die Zahl der Unternehmen, die zumindest offen sind für eine enge Zusammenarbeit mit uns Bloggern – unabhängig von Erfolg oder Misserfolg. Somit haben wir die Chance hinter die Kulissen unserer „Herzensangelegenheit“ (z.B. Design, Fashion oder Fotografie) zu gucken und darüber zu berichten – und zwar frei heraus, in unserem eigenen Wording. Dementsprechend ist es nicht mehr alleine die Sache der altbekannten Medien wie Radio, TV und Print, denen dieses Vergnügen lange alleine zu Teil war. Diese Nähe zwischen Unternehmen, Meinungsmacher und Leser hat es bis dato so und in dieser Form noch nicht gegeben. Nun liegt es an uns, was wir daraus machen.

9. Wo sehen Sie die Blogosphäre in Bezug auf Reichweite und Einfluss in 1-3 Jahren in Deutschland?

Aktuelle Studien zeigen das Deutschland nach wie vor ein digitales Entwicklungsland ist. Und auch wenn wir innerhalb der publizierenden Medienlandschaft mittlerweile einen nicht gerade unbeachtlichen Grand an Reichweite und Einfluss haben, so können bis dato – vergleichsweise zur historischen Entwicklung des Fernsehens – in Deutschland nur sehr wenige „Meinungsmacher“ in Farbe fern sehen. Jedoch lässt die rasante Entwicklung des heutigen TV-Formates darauf schließen, dass die kommenden Jahre einige kreative Ansätze zur Professionalisierung hervorbringen werden, die unser heutiges Verständnis für das Publikationsmedium „Internet“ auf den Kopf stellen.

10. Was möchten Sie Unternehmensvertretern gerne mit auf den Weg geben?

Durch die frühe Einbindung des „Bloggings“ in die eigene Kommunikationsstrategie entstehen, neben der Reichweitenvergrößerung, vor allem einzigartige Projekte, die eine wichtige Rolle einnehmen. Alles was es dafür benötigt, begegnen Sie Bloggern mit Offenheit und Transparenz. Selbst wenn am Anfang noch nicht alles rund läuft, so wird man Ihnen das nicht negativ ankreiden – insofern Sie ehrlich und kontinuierlich kommunizieren. Demnach überdenken Sie also noch einmal Ihr Kommunikationskonzept auf die Ganzheitlichkeit und seien Sie offen für neue Wege.

 

Teil 14: Thomas Mickeleit / Microsoft Deutschland GmbH

Teil 13: Andreas Maurer / 1&1 Internet AG

Teil 12: Chris Görtz / hypesrus.com

Teil 11: Anja Beckmann / travelontoast.de

Teil 10: Fabian Mechtel / asphaltfrage.de

Teil 9: Falk Hedemann / falkhedemann.de

Teil 8: Camillo Pfeil / imaedia.de

Teil 7: Sascha Pietsch / horstson.de

Teil 6: Romy Mlinzk /snoopsmaus.de

Teil 5: Carsten Knobloch/ stadt-bremerhaven.de

Teil 4: Sachar Kriwoj / GLOSSYBOX

Teil 3: Maik Matischak / AMD

Teil 2: Kai van Heldth / Heldth.com

Teil 1: Milos Willing / Trendlupe.de

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